Ungeheuerlich, aber wahr
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Gleichberechtigung der Frauen im Skisport



Frauen und Sport – das ging lang Zeit nicht recht zusammen. Zumindest nicht, wenn einigen Aussagen von Männern zu dem Thema Glauben geschenkt wird. Dabei wurde sogar über die Schäden für die weiblichen Fortpflanzungsorgane geredet. Doch gerade die Frauen treten in immer mehr Disziplinen zu Wettkämpfen an und zeigen, dass Schluss ist, mit unsinnigem Gerede über Frauen und ihre Rolle im Sport. Ebenfalls kommt das moderne Bild von Männlichkeit ins Wanken. Denn die Rollenverteilung ist nicht mehr gegeben – wird aber von Männern dennoch versucht durchzusetzen.

Es hat schon etwas Sonderbares, wenn es im Sport immer um die Fortpflanzungsorgane von Frauen geht. Diese müssen oftmals herhalten, um ein Argument zu finden, warum eine Frau nun eben nicht für einen bestimmten Sport gemacht ist. Dabei steht in den meisten Fällen die Sorge darum überhaupt nicht im Vordergrund. Schaut man sich die Meinungen und Postings auf sozialen Netzwerken an, wenn eine Frau ein Männer-Fußballspiel kommentiert, scheint das mit der Gleichberechtigung noch nicht bei allen angekommen zu sein. Dabei gibt es, ebenso wie bei Männern, keine Gründe, warum eine Frau einen bestimmten Sport nicht ausüben sollte - oder eben kommentieren.

In diesem Kontext wurde der Präsident des Weltskiverbands eher unfreiwillig zur Berühmtheit. Nicht so sehr wegen seinem Handeln. Eher wegen dessen Aussage. Gian-Franco Kasper gab zu dem Thema zu bedenken, das Skispringerinnen ihre Gebärmutter beim Aufprall zerstören würden. Doch damit ist er nicht alleine. Denn auch den „Paddlerinnen“ im Kanu erging es nicht besser. Diesen wurde die kniende Position in Kombination mit dem Stechpaddel zum, argumentativen, Verhängnis. Denn diese sorge für die Hemmung der weiblichen Entwicklung und würde die Unfruchtbarkeit fördern. Mit diesem Mythos, der überwiegend von Männern als Grundlage ihrer Diskussion genutzt wird, setze sich dann auch das Olympische Komitee auseinander. Dieses ließ eine Studie durchführen, die keinen Beweis für ein erhöhtes Risiko oder gar Schädigungen der Fortpflanzungsorgane von Frauen im Sport feststellen konnte. Dennoch kämpfen auch Frauen heute noch um die Teilnahme in verschiedenen sportlichen Bereichen. So wurde etwa das Skispringen für Frauen erst 2014 olympisch und auch die Kanadier-Fahrerinnen kämpfen gegen Sportfunktionäre aus dem männlichen Lager. Heute gibt es immer mehr Mixed-Wettbewerbe und gerade im Skisport sind mehr als 50 Prozent der Teilnehmer Frauen. Selbst muslimische Länder haben mindestens eine Frau am Start. Und das, obwohl hier die religiösen Hindernisse ungleich höher sind.

Ebenso zeigt sich gerade im Breitensport, dass die Position der Frau immer mehr gestärkt wird und die Gleichberechtigung nicht nur im Skisport, sondern in allen Bereichen zügig voranschreitet. Auch wenn einige das noch nicht ganz wahrhaben wollen.

Foto: pixabay.com/Hans
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