Wird es bald keinen Naturschnee mehr geben?
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Wie der Klimawandel die Zukunft der Skigebiete gefährdet



Es schneit später, oft weniger und der Schnee schmilzt schneller als je zuvor - die Winteridylle der Alpen mit schneebedeckten Skipisten bis ins Frühjahr hinein hat tiefe Risse bekommen und ist auf lange Sicht gesehen in Gefahr. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die unter dem Titel „How much can we save? Impact of different emission scenarios on future snow cover in the Alps” 2017 im Fachblatt „The Cryosphere" erschienen ist. Der Grund: Der Klimawandel, auch globale Erwärmung genannt, der einen Anstieg der durchschnittlichen Oberflächentemperaturen auf der Erde zur Folge hat und in erster Linie auf die Nutzung fossiler Brennstoffe zurückzuführen ist. Infolge der immer mehr steigenden Temperaturen droht den Alpen bis zum Ende des Jahrhunderts der Schneerückgang, was für die Skigebieten ein enormes Problem darstellt. Denn in vielen Orten in Skigebieten ist der Wintertourismus eine tragende Einnahmequelle. Fällt diese aufgrund einer zunehmend eingeschränkten Skisaison weg, droht ein hoher wirtschaftlicher Einschnitt.

Adieu weiße Pracht?
Bis zum Ende des Jahrhunderts könnten bis zu 70 Prozent der Schneedecke in den Alpen verschwinden, so das Ergebnis der Studie, bei der Schweizer Forscher Schneemengen in verschiedenen Szenarien bis zum Jahr 2100 simuliert haben. In einem Viertel der Skigebiete der Alpen, die unter der für Skigebiete durchschnittlichen Höhe von 1200 Metern liegen, würde im schlimmsten Fall der Naturschnee praktisch verschwinden. Bereits jetzt sind die schneereichen Winter in den Alpenregionen zehn bis 30 Tage kürzer als noch vor rund 50 Jahren. Tatsache ist, dass die Schneebedeckung sinken wird und damit die Skisaison auf lange Sicht überall kürzer wird - aber die CO2-Ausstöße werden ein entscheidender Faktor sein, wie stark der Rückgang sein wird.

Alternativen für Skigebiete
Gerade angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung ist es für die Wintersportindustrie wichtig, sich an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen. Hier setzt das Forschungsprojekt „ProSnow” an, dass zum Teil von der Europäischen Union gefördert wird. „ProSnow” soll exakte Vorhersagen von saisonalem Schneefall sowie Temperaturen machen und in Kombination mit langfristigen Klimavorhersagen den Alpenregionen helfen, besser für die Zukunft gewappnet zu sein. So kann zum Beispiel der Mangel an natürlichem Schnee durch künstlichen Schnee und Snowfarming, bei dem ein großer Schneehafen im Winter für die nächste Skisaison „vorfabriziert” bzw. gesammelt und unter einer Schicht Hackschnitzel gelagert wird, ersetzt werden. Auch die Eröffnung neuer Orte zum Skifahren, zum Beispiel in Grönland, könnte für Wintertouristen langfristig ausreichend Alternativen bieten.

Letztendlich sind entschlossene Maßnahmen notwendig, um den Klimawandel einzudämmen, um so die Schneedecke noch für ein paar Jahrzehnte zu erhalten. Eine der wichtigsten Maßnahmen: die Reduzierung der Treibhausgase. Denn wenn die Emissionen bis 2050 halbiert werden, würde die globale Erwärmung unter zwei Grad Celsius fallen und somit der Verlust der Schneedecke am Ende des Jahrhunderts statt auf 70 auf 30 Prozent oder weniger gesenkt werden.

Foto: pixabay.com/suju
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